»Im Dialog« – Uwe Tellkamp: Lesung und Gespräch, moderiert von Prof. Dr. Carsten Gansel

Eine Veranstaltung der Lessingstadt Kamenz in Zusammenarbeit mit der Arbeitsstelle für Lessing-Rezeption im Rahmen der 54. Kamenzer Lessing-Tage

Am Mittwoch, dem 1. Februar, um 19 Uhr, wird im Kamenzer Stadttheater die neue Veranstaltungsreihe »Im Dialog« eröffnet. Ausgehend von Gotthold Ephraim Lessing, der sich im Zeichen der Aufklärung für Toleranz und Humanität eingesetzt hat, geht es um Gegenwärtiges. Die Veranstaltungen zielen auf das, was der Autor Uwe Johnson den »unterschiedlichen Blick« genannt hat. Es kommt auf die Bereitschaft an, »die andere Seite mit ihren eigenen Augen zu sehen«. Es bedeutet dies eine Perspektivenübernahme und den Versuch, sich in jene hineinzuversetzen, die andere Positionen haben. Nur auf dieser Grundlage kann das entstehen, was man Dialog nennt.

In der Reihe wird Prof. Dr. Carsten Gansel mit Autorinnen und Autoren in einen Austausch kommen – über die Welt, in der wir leben. Erster Gast der Reihe ist der Schriftsteller Uwe Tellkamp, dessen vieldiskutierter neuer Roman »Der Schlaf in den Uhren« den Ausgangspunkt des Gesprächs bildet. Im Zentrum des Romans steht der DDR-Kritiker Fabian Hoffmann, aus dessen Perspektive erzählt wird. Er ist nun Chronist in Diensten der Tausendundeinenachtabteilung des fiktiven Landes Treva. Fabian will in den Labyrinthen eines unterirdischen Reichs herausfinden, wer seine Schwester und seine Eltern verraten hat. Für eine Chronik, die zum 25. Jahrestag der Wiedervereinigung erscheinen soll, streift er zurück bis ins Dresden seiner Kindheit und gerät dabei auf eine Reise, die ihn tief in die trevische Gesellschaft und ihre Utopien hineinführt.

Uwe Tellkamp, geboren 1968 in Dresden, studierte Medizin und arbeitete als Arzt an einer unfallchirurgischen Klinik in München. 2000 erschien sein Debütroman »Der Hecht, die Träume und das Portugiesische Café«. Mit dem mehrfach ausgezeichneten Roman »Der Turm« (2008) thematisierte er die Vorwende- und Wende-Zeit der DDR, eine Verfilmung erfolgte 2012.  Mit einem Ausschnitt aus dem Roman »Der Schlaf in den Uhren« gewann er 2004 den Ingeborg-Bachmann-Preis. Neben anderen Auszeichnungen wurde ihm 2008 der Uwe-Johnson-Preis, im selben Jahr der Deutsche Buchpreis und 2009 der Deutsche Nationalpreis zuerkannt.

Prof. Dr. Carsten Gansel, geboren 1955 in Güstrow, studierte Germanistik, Slawistik sowie germanistische Literaturwissenschaft. Er lebt in Neubranden-burg. Seit 1995 ist er Professor für Neuere deutsche Literatur und Literatur- und Mediendidaktik an der Universität Gießen. Er ist Autor zahlreicher Bücher zur Literatur des 18. bis 21. Jahrhunderts, etwa zu Gotthold Ephraim Lessing, Hermann Hesse, Erich Kästner, Christa Wolf, Johannes R. Becher, Hans Fallada, Uwe Johnson oder Otfried Preußler. Seine Edition des verschollenen Antikriegsromans von Heinrich Gerlach »Durchbruch bei Stalingrad« stand mehrere Wochen auf der Spiegel-Bestsellerliste, ebenso die Edition des Originalmanuskript von Hans Falladas »Kleiner Mann – was nun?« 2002 erschien seine Biographie »Kind einer schwierigen Zeit. Der frühe Otfried Preußler«. Carsten Gansel ist Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Arbeitsstelle für Lessing-Rezeption in Kamenz.

Informationen zur Veranstaltung

1. Februar 2023, 19:00 Uhr
Stadttheater Kamenz
Pulsnitzer Straße 11, 01917 Kamenz

Kartenvorverkauf ab 1. Dezember 2022 in der Kamenz-Information und an der Kasse des Lessing-Museums
Eintritt: 10,00 €, ermäßigt 8,00 €

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