Lessing und das Judentum

Lektüren, Dialoge, Kontroversen im 18. und 19. Jahrhundert

Dirk Niefanger, Gunnar Och, Birka Siwczyk (Hrsg.): Lessing und das Judentum. Lektüren, Dialoge, Kontroversen im 18. und 19. Jahrhundert. (=Kamenzer Lessing-Studien, Band 1) 2015.

Die deutsch-jüdische Debatte, die im Laufe des 18. und 19. Jahrhunderts über den Autor des »Nathan« und Freund Moses Mendelssohns geführt wurde, folgte ganz unterschiedlichen Vorstellungen und Rezeptionsvor-
gaben. Dabei kam es immer wieder zu neuen, bislang nur unzureichend erforschten Formen der Achtung oder Missachtung, der Aneignung oder Verwerfung.
Der vorliegende Band will diese verschlungenen Wege nachzeichnen und Lessing nicht nur von den Kontexten her begreifen, sondern auch umgekehrt diese über ihn erschließen. Viele Diskurse, die von Juden und Juden-
tum handeln, waren an seiner singulären Position orientiert und boten sich zu eigener Profilierung ebenso wie zur Selbstvergewisserung an. Eine solche doppelte Perspektivierung führt zu einer weiteren Pluralisierung des Lessingbildes sowie zu einer stärkeren Ausdifferenzierung von Mentalitäten, Denkgewohnheiten, Klischees und Dispositiven auf dem weiten und – trotz großer Forschungsanstrengungen – keineswegs hinreichend vermessenen Feld deutsch-jüdischer (Literatur-)Geschichte.

Der Sammelband eröffnet eine neue Schriftenreihe, die wissenschaftliche Beiträge der Lessing-Forschung und Berichte aus der Arbeit des Lessing-Museums in Kamenz vereinen wird. Er kann zum Preis von 58,00 € über den Buchhandel, den Verlag, das Lessing-Museum oder direkt bei der Arbeitsstelle für Lessing-Rezeption bezogen werden.